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37-stündiges Martyrium in Gronau - Anklage wegen besonders schweren Fall der Vergewaltigung erhoben

Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Hildesheim vom 10.03.2017


Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen zwei zur Tatzeit 42- und 43-jährige Männer und eine 45-jährige Frau aus Gronau zur großen Strafkammer des Landgerichts Hildesheim erhoben.

Den drei Angeschuldigten wird gemeinschaftliche besonders schwere Vergewaltigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und schwerer Freiheitsberaubung zur Last gelegt.

Nach dem Ergebnis der Ermittlungen sollen die Angeschuldigten und der Geschädigte am Nachmittag des 22.12.2016 in der Wohnung der 45-jährigen Angeschuldigten zusammengekommen sein, um den Geburtstag der Wohnungsinhaberin nachzufeiern. In den frühen Abendstunden soll es zu Unstimmigkeiten zwischen den Angeschuldigten und dem 36-jährigen Geschädigten über eine Flasche Wodka gekommen sein. Als der Geschädigte daraufhin die Wohnung habe verlassen wollen, soll er von dem 43-jährigen zu Boden geschlagen worden sein, woraufhin alle drei Angeschuldigten auf den am Boden Liegenden eingetreten und -geschlagen haben sollen. Nachfolgend soll der bereits erheblich verletzte Geschädigte gezwungen worden sein, sich still auf einen Stuhl zu setzen. Um Fluchtversuche zu unterbinden, soll ihm mit weiteren körperlichen Übergriffen gedroht worden sein.
Einige Stunden später sollen die Angeschuldigten auf Initiative der 45-jährigen Angeschuldigten übereingekommen sein, den Geschädigten sexuell zu misshandeln und zu erniedrigen. Daraufhin soll es zu mehrfachen, menschenverachtenden körperlichen und sexuellen Übergriffen auf den Geschädigten gekommen sein.

Im Rahmen des folgenden mehrstündigen Geschehens soll der Geschädigte unter anderem von der Angeschuldigten und dem 43-jährigen Angeschuldigten bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt worden sein. Auch soll ihm mehrfach mit einem hölzernen Fleischklopfer wuchtig auf Handrücken und Knie geschlagen worden sein, bis der Stiel abgebrochen sei.
Teilweise sollen von den Misshandlungen Fotos gefertigt worden sein.
Zwischendurch sollen die Angeschuldigten im Beisein des Geschädigten beratschlagt haben, wie sie ihn unauffällig beseitigen könnten.

Nach ca. 37 Stunden in der Gewalt der Angeschuldigten sollen die 45-jährige Angeschuldigte und der 43-Jährige beschlossen haben, den Geschädigten zur Prostitution zu zwingen. Zu diesem Zweck habe der schwerstverletzte Geschädigte die Wohnung verlassen dürfen. Statt der Aufforderung nachzukommen, soll er einen Rettungswagen verständigt haben.
Der Geschädigte trug unter anderem eine Rippenserienfraktur, eine Fraktur der vorderen Kieferhöhlenwand und des Orbitabodens rechts, eine Nasenbeinfraktur, multiple Prellungen am gesamten Körper, Hämatome am Hals und im Gesicht davon.

Die Angeschuldigten, die noch am 24.12.2016 vorläufig festgenommen wurden und sich seitdem in Untersuchungshaft befinden, haben sich nicht zum Tatvorwurf geäußert. Ein in Auftrag gegebenes Gutachten zur Frage der Schuldfähigkeit der Angeschuldigten liegt noch nicht vor.

Artikel-Informationen

30.11.2017

Ansprechpartner/in:
Frau Christina Pannek

Staatsanwaltschaft Hildesheim
Erste Staatsanwältin
Kaiserstraße 60
31134 Hildesheim
Tel: 05121 968-546

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